Auf der Suche nach Prinz Charming - Die Tour durchs Kraichgau (mit dem Ebike)

Ich suche einen Prinz. Einen mit Schloss und Pferd (Porsche geht notfalls auch) und einen waschechten noch dazu. In diesem Jahr war ich schon beim Schloss Neuschwanstein, bin dort aber leider nicht fündig geworden. Als ich den Tipp bekam, das es in Baden Würtemberg, unweit von Heidelberg richtig viele Schlösser gibt, sah ich meine Chance. Auf gehts, zur Prinzensuche Nummero 2.

Ich musste diesmal leider ohne meine Zofe Anja verreisen, aber seis drum, mit dem passenden Transportmittel würde das schon klappen.

Ich erwartete ein weißes Ross - bekommen habe ich ein Rot-Weißes Pedellec - ein eBike, was mich die kommenden zwei Tage treu begleitete. Ich hab ihm Wasser und Gras angeboten, doch einzig ein wenig Kabelstrom wollte es. Ein sehr artiges Tierchen, was sich selten aufgebäumt hat.

Von Bruchsal aus führte dann mein Weg nach Bretten, von dort aus nach Zuzenhausen und am dritten Tag schaute ich mir dem Kompass des Kraichgau´s an. Knapp 100 km legte ich einsam und allein zurück, lernte dabei viele tolle Orte kennen und begab mich in  wahrlich königlichen Gemäuer.

Ob ich nun den Prinz gefunden hab ? Nun - das erfahrt ihr in meinem "Reisetagebuch"....

TAG 1: Von Bruchsal nach Bretten

Es ward schon später nachmittag, als ich am Bahnhof des Ortes Bruchsal eintraf. Angestrengt von einem langen Arbeitstag als Prinzessin und gestresst von den überfüllten S-Bahnen wurde ich freundlich begrüßt. Ein Peddellec - ich nannte es freundlich "Poseidon" ward von nun an mein Wegbegleiter. Schnell hatte ich rausgefunden, was Poseidon so mag. Ein paar Streicheleinheiten, einem "On"-Push und ein paar leichte Fußbewegungen später befand ich mich auch schon vor dem ersten Zwischenziel meiner Reise - dem Schloss Bruchsal.


Das Eingangsportal des Schlosses
Deckenmalerei im Schloss (Fortuna ist die Dame in der Mitte in Rot)


Das ist Michi - Der Guide durch das Museum von Bruchsal
Wie es sich für eine Prinzessin gehörte, stellte ich Poseidon direkt vorm Haupteingang ab. Und betrat das Schloss. Mir wurde schwindlig, so viel interessantes strömte auf mich ein. Ich schaute mir das Musikautomaten-Museum an - besonders kultig fand ich die amerikanischen Geräte - befasste mich mit "MICHI" - den Guide vom Museum der Stadt Bruchsal - und wurde zuguter letzt von einer sehr erfahrenen Führerin durch die Belle Etage des Schlosses geführt. Während meines Rundgangs durch das Schloss war ich überrascht zu erfahren, das all dies im 2ten Weltkrieg dem Erdboden gleichgemacht wurde, und in den letzten 60 Jahren wieder aufgebaut wurde. 

Im Musikautomatenmuseum
Der Weg in die Belle Etage

Und zwar genauso prunkvoll, wie es einmal von Erbauer und Planer gedacht wurde. Längst finden im Schloss einmal monatlich auch Hochzeiten statt, und das Ambiente ist schon echt super dafür. Fortuna schaut auf Brautpaare hinab und wünscht der neuen Ehe viel Glück. Auch im Erdgeschoss, wo die aufwändigen Restaurationsarbeiten in einer Ausstellung mal genauer erklärt werden (hier empfehle ich euch eine Führung, weil die einzelnen Schritte sogar detailliert beschrieben werden) und es auch noch einige wenig "Originale" Räume gibt, fand ich weder einen Prinz, noch jemanden, der mir sagen könnte, ob sich in den anderen Schlossteilen einer versteckt. Vielleicht war er ja auch im Garten - ich jedoch hatte leider keine Zeit, um mich dort auf die Suche zu begeben, denn Poseidon trieb mich zur Weiterfahrt an.

 Wer übrigens selbst mal im Schloss vorbeischauen will, der Eintritt kostet für alle drei Museen 5 Euro (Bei Ausstellungen und Führungen kann es ggf. zu Mehrkosten kommen). 
Auf dem Weg nach Gondelsheim

Also fuhr ich schweren Herzens weiter. Entlang einer Bahnstrecke, vorbei an Wiesen, Feldern und Waldstücken radelte ich auf dem Radweg Richtung Bretten und außer ein paar wenige Hundebesitzer war ich oft allein. Ich setzte mich das erste mal bewusst mit den Fahrrad-Hinweis-Schildern auseinander. Habt ihr euch damit schon mal beschäftigt ? Eigentlich brauch man gar keine Fahrradkarten, wenn man generell den Weg kennt. Überall gibt es Infos. (Dachte ich zumindest, bis Tag 3 kam :D).




Schloss Gondelsheim

In Gondelsheim (was ungefähr in der Mitte zwischen Bruchsal und Bretten liegt) kam ich an ein weiteres Schloss. Es erinnerte mich ein wenig an die Schule aus Harry Potter, doch ich war einen Tick zu spät. Die Tore zum Park war verschlossen und ich konnte nun vielmehr nur einen Blick durch die Gitter des Zaunes erspähen. Das Schloss wirkte Englisch - aber leider auch sehr verlassen... Nein ich glaube nicht, das hier ein Prinz zu finden ist.


Gasthaus Löwenthor
Ich und mein treuer Begleiter finden im Ort aber kurz Zeit für eine Rast. Vor einem Gasthof stoppten wir. Das es sich bei dem Löwenthor nicht um einen 0-8-15 Gasthof handelt, sieht man schon an dem auffälligen äußeren, was mit einem urigen Eingangsbereich, einem schicken Fachwerkhäuschen und einer Kutschen aufwartet. Einen Ausführlichen Bericht zum Kutscherhalt Löwenthor könnt ihr auf Teilzeitreisender.de nachlesen.
Fahrrad in der Dunkelheit

Es war schon dunkel, als ich das Restaurant verließ. Mein Fahrrad hatte dafür aber vorgesorgt. Es wurde Licht! Ich meine welches weiße Ross hat das schon ? Wobei ich so alleine auf dem knapp 8 km langen Reststück nach Bretten schon ein wenig Muffensausen hatte. Wenn nun wilde Räuber aus dem Wald kommen würden? So war ich richtig glücklich, als ich bei der Einfahrt nach Bretten auf ein tolles Springbrunnenschauspiel aufmerksam wurde. Ein echt interessanter Kreisverkehr, ich bin sicher, das einige der Autofahrer seltsam schauten, warum ich dort knapp 10 Minuten verweilte. Hätte ich Autofahrer aber auch nicht gemacht.


Einfahrt nach Bretten

Knapp 3 Minuten später kam ich dann auch im Hotel Krone an. Rund um das Hotel, was direkt am Marktplatz von Bretten liegt, gab es ein großes Weinfest, und so war noch ziemlich Trubel. Nachdem ich Poseidon in die passende Stallung gebracht hatte, schaffte ich es gerade noch ins Zimmer, um dann total platt ins weiche Bett zu fallen. Das Hotel ist einfach gehalten, bietet aber auch einen eBike - Verleih an. Auch das Frühstücksangebot ist recht nett. Für Radfahrer in Baden Württemberg sicherlich ein idealer Stop!





Mehr Infos wie Radverleihstationen und passende Unterkünfte findet ihr unter www.radsüden.de
Für die Region in der ich unterwegs war: Radeltouren auf dem Stromberg-Murrtal-Weg
Mehr Reiseberichte über Radreisen Deutschland

Offenlegung: Auf die Radsüden - Prinzenreise wurde ich eingeladen von Kraichgau Stromberg Tourismus

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