Lissabon in 48 Stunden - Teil 1

Torre de Belem - Fiktion und Wirklichkeit
Der Winter war ja hier in Deutschland ziemlich dunkel und fies kalt. Eine gute Gelegenheit, um also in südlicheren Gefilden ein wenig Sonne zu tanken. Mit Urlaub bin ich ja immer etwas sparsam, weshalb ich für meine Sonnenauszeit auch nur knapp 4 Tage Zeit hatte. Danke einem Bravoflygutschein über 250 Euro, den ich bei der #RN8 (jeden Montagabend auf Twitter) gewonnen hatte, ging es für mich und eine liebe Freundin ab nach Lissabon, fast an den südlichsten Zipfel von Europa. Doch was kann man in effektiv 48 Stunden Zeit stecken ? Und kann man eine Stadt wie Lissabon denn ohne Planung besuchen ? Wir haben es versucht, und dabei interessante Sachen entdeckt...

 Mercado da Ribeira - Eingangsportal
Am ersten Abend, also eigentlich noch vor Beginn unserer 48 Stunden, begann unser Urlaub mit einem Besuch im Hard Rock Cafe. Ich weiss, dies ist eigentlich nichts regionales, ich bin aber ein Fan dieser Amerikanischen Rock-Mentalität und gehe daher in fast jeder möglichen Stadt ins Cafe, allein schon, um mir mein obligatorisches Cocktail-Glas der jeweiligen Stadt zu holen. Das Hard Rock in Lissabon ist bisher das schönste, was ich in Europa gesehen habe, es handelt sich um ein altes Theater und ist über drei Etagen verteilt, außerdem hängt ein cooles Auto an der Decke und bis oben sind die typischen Souvenirs der Rockstars verteilt. Einmal pro Woche spielt hier auch Live-Musik und unser Kellner sah echt aus wie eine Reinkarnation von Kurt Kobain. Das Essen, nun ja, ist überall gleich, aber okay, das ist bei dieser Geschichte nicht das Hauptaugenmerk...

Ein Unwetter zieht auf überm Praca do ComercioÜber unsere Unterkunft werde ich ein anderes mal berichten, das würde jetzt zu weit führen... 

Der Samstag begann jedenfalls für uns recht planlos. Erst einmal Richtung Meer, war unser Ziel und so liefen wir die Straße vom Praca do Restaurados hinunter Richtung Wasser (Praca do Comercio). Schon unterwegs sahen wir zahlreiche tolle alte und nostalgische Gebäude und stellten fest, das man in den Seitenstraßen der Haupt-Einkaufs-Strasse auch ohne nervige Touristenfänger vorankommt. Auch gibt es dort ein paar Banken, denn man sollte sein Geld nicht an irgendwelchen obskuren Automaten holen. 

Markttreiben in der Mercado da RibeiraAm Hafen angekommen, bot sich uns ein tolles Bild. 
Eine große dunkle Regenwolke war aufgezogen und neben dem Sonnenschein hinter uns grollte ein dunkles Etwas sich vor uns über dem Meer. Besonders toll machte sich das ganze vor der Brücke "Ponte 25 de April", die mich sehr stark an die Brücke aus San Francisco erinnert. Wer übrigens die Brücke von nahem bestaunen will, sollte an der Station Junqueira aussteigen, dort kann man die Züge und Autos fahren sehen und den Geräuschpegel mal live erleben.. Ziemlich beeindruckend auf jeden Fall.

Eigentlich waren wir ja auf der Suche nach dieser Linie 28, doch so einfach war die vom Praca do Comercio nicht zu finden, also verfuhren wir uns prompt. Eigentlich recht gut, so landeten wir in einer typischen Lissaboner Markthalle, die Mercado da Ribeira

Pier am Cais de Sodre - LissabonDort spricht kaum einer Englisch, aber irgendwie kann man sich dort auf jeden Fall verständigen. An diesem Samstag konnte man dort frischen Fisch, Obst, Gemüse, Nüsse, Eier, Gewürze, Blumen und vieles mehr kaufen und sich im Charme der Halle verlieren. Und solang man keine ausführliche Beratung haben will, kann man dort auch das eine oder andere Schnäppchen machen. Ich habe für 2 Orangen, 2 Bananen und ein Getränk nur knapp einen Euro bezahlt.

Gegenüber ist der Cais de Sodre, ein Bahnhof in zweierlei Sinne. Zum einen Fahren hier Bahnen und zum andere sind von hier aus zahlreich Fähren unterwegs. 

Neben dem Fährhafen befinden sich ein kleiner Pier an dem man sich hinsetzen kann und prima Menschen beobachten kann. Und Möwen. Und Menschen die Möwen füttern. 
Brücke "Ponte 25 de April" - Fotografiert vom MessezentrumNachdem unserer Suche nach der Linie 28 erfolglos geblieben war, entschieden wir uns, weiter entlang der Küste nach Belem zu fahren. Der Ortsteil Belem ist der älteste noch gut erhaltene Ortsteil von Lissabon. Dort gibt es eine Burg, natürlich recht alt und interessant, wirklich toll ist der Ausblick (bei schönen Wetter) fast bis hinaus aufs Meer. Der Aufstieg ist nix für Angsthasen, aber lohnenswert. Auch das Gefängnis sollte man mal betreten habe, fand echt schockierend, wie flach diese Räumlichkeiten doch sind.

Vor dem Torre do Belem befand sich dann auch ein Akkordeonspieler mit Hund. Dieser jener welcher tauchte in unserem Urlaub immer wieder auf... den Hund meine ich... 

"Mosteiro dos Jerónimos" Direkt neben der Burg ist ein kleines Kaffee direkt am Tejo (der Fluss), dort kann man entspannt in der Sonne sitzen, aufs Wasser hinaus schauen und eine kleine Siesta halten, sofern man die Zeit dafür hat. Auch die Preise sind human, so das wir doch gut eine Stunde hier verweilten. Dannach war es wieder Zeit, weiterzuziehen, denn die Sonne neigte sich so langsam dem Horizont... 

Eigentlich wollten wir ja nur die Törtchen, aber dieses "Mosteiro dos Jerónimos" faszinierte uns so, das wir uns unbedingt auch die Kirche anschauen mussten. Ein wunderschönes Werk, was man noch durch einen bezahlten Rundgang durch das Kloster krönen konnte. Da unsere Zeit jedoch begrenzt war, beließen wir es beim Kirchengebäude. 
Jardim-Museu Agrícola Tropical - Verwunschener Garten

Ein paar Meter weiter gibt es übrigens einen tollen Park Jardim-Museu Agrícola Tropical, der zwar an einigen Stellen leicht verfallen wirkt, aber eine wunderbare Auszeit bedeutet. Der Eintritt kostete 2 Euro und da ich mit einer Biologin dort war, lernte ich auch noch so einiges über Botanik...


Zurück an der Rua de Belem war es dann auch endlich soweit. Ein gar nicht so geheimer Tipp empfahl mir, die portugiesischen Törtchen unbedingt zu probieren. 


Im Cafe Pasteiis de Belem
Die Pasteiis de Belem sind die besten der Stadt, sagt man so. Eine lange Schlange schon vorm Cafe deutete darauf auch hin. Wobei man schon den Eindruck hatte, das es sich hier um zahlreiche Touristen handelte. Die Pasteiis bekommt ihr dann verpackt mit Zimt und Zucker und was soll ich sagen... mmmh lecker. Die Vanillefüllung ist köstlich und der Blätterteig... mjam.. Billig sind die Teile nicht, aber ich empfehle jedem, zumindest mal zu probieren. Von der Haltestelle Belem Jeronimos kommt man dann zurück in die Stadt. 
Castello di São Jorge

In uns erblühte ein verrückter Wunsch. Ein Sonnenuntergang über den Dächern von Portugal. Das ist möglich. Während die Sonne immer tiefer sank, rannten wir vom Praca di Figueira hinauf zu einem Fahrstuhl, den uns einige Ortskundige empfohlen hatten. Dieser befindet sich in einem Supermarkt, bei Gelegenheit reiche ich euch gerne mal die Info nach. Nach zwei drei Seitengässchen durch die Altstadt Lissabons waren wir dann auch schon am Castello di São Jorge angekommen. Nur zwei Minuten später, und der Verkauf der Karten wäre nicht mehr möglich gewesen, aber so haben wir für 7 Euro Eintritt bezahlt, einzig um den Sonnenuntergang hier oben zu bewundern.



Sonnenuntergang bei Castello di São Jorge
Hier gibt es natürlich noch viel mehr, aber genau deshalb wird das sicherlich nicht mein letzter Besuch in Lissabon sein. Der Sonnenuntergang war der Hammer. Der Fluss, die Brücken, die Stadt, alles erstrahlte in einem wunderschönen Orange, die Lichter der Stadt gingen an und der Wind schickte und salzige Grüße vom Meer. Ich hätte ewig hier oben sitzen können. Die Rausschmeißer hatten aber kurz vorm "Eintitschen" kein Erbarmen und so war es dann auch nur ein "Fast"-Sonnenuntergang. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich gerade in den Wintermonaten dieses Ereignis hieroben nicht entgehen lassen.

Wie es mit uns so die nächsten 24h weitergeht, verrate ich euch im Teil 2....

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