Aus dem Leben... Feiertagseinkäufe

Hatten wir nicht gerade erst das Fest der Liebe, des Miteinander, der Rücksichtnahme auf andere? Nun, wenn es ums Einkaufen handelt gilt das wohl nicht. Einkaufen vor den Feiertagen ist KAMPF, UNFREUNDLICHKEIT und STRESS. Zumindest, wenn, man sich wie ich das getan habe, in einen Discounter wagt. Ob jetzt LIDL, ALDI, PENNY - die Szenen sind überall gleich...

Ich komme ja meist zu Fuß oder mit dem Bus, aber das Problem fängt ja schon auf dem Parkplatz an. Da will eine Dame in den Mitvierzigern, die ja eigentlich zwei gesunde Beine haben sollte, unbedingt den Parkplatz direkt an der Filiale... und blockiert dadurch für einige 1000ende Fahrzeuge hinter sich die Durchfahrtsstrasse. Ich hole den Wagen. Eine Mutter bespricht den Schlachtplan mit ihrem Sohn. Du gehst dahin, holst das, und ich dahin.... - Na dann, auf in die Schlacht, ihr beiden :D

Während ich also tiefenenspannt in diesen Discounter gehe und erst mal seelenruhig mein Pfandgut wegbringe, rasen mehrere Frauen mitsamt ihres Familienanhanges, zahlreiche Rentner mit schon am Eingang total gestressten Gesichtern und junge genervte Männer, die wohl von ihrer Liebsten mal schnell noch "was" holen geschickt wurden, an mir vorbei in den Markt.

(c) Kerstin B. - Einkaufen 
Während ich mit meinem Bon und meinem riesen Einkaufswagen (warum gibt es davon eigentlich nur die Familienausgabe ??) in den Discounter schlendere, drängelt sich an mir schon eine gestresste Mutter mit ihren zwei Kindern vorbei. Noch sind die beiden ruhig, doch das wird sich im Verlauf des Einkaufes ändern.

Ich bin ja ein planloser Einkäufer. Ich laufe so durch die Einkaufsgassen und wenn mir was gefällt, was im Angebot ist oder ich Hunger darauf habe, dann nehm ich es halt mit. Die Oma vor mir hat eine lange Einkaufsliste und schickt ihren total genervten Mann quer durch die Reihen.... "Kannst du auch noch die Mayonaise mitbringen !!" hallt es durch den Markt.

Ein Paar macht Stop im Angebotsbereich. Es gibt gerade Sachen zum Renovieren. Der Mann stopft einen Bodenschutz in den Wagen, woraufhin seine Frau/Freundin fragt, wozu sie das denn brauchen. Daraufhin der Mann... "Nun könnte ja sein, das wir im kommenden Jahr renovieren". Der Bodenschutz bleibt im Einkaufswagen und die Frau schaut ihren Liebsten mit resignierenden Blick an.

Auch Mama hat sich bis zu den Angeboten vorgekämpft. Da gibt es auch irgendwas für Kinder. Ihr kleinster nimmt irgendein Spiel in die Hände, zeigt es seiner Mama und sagt... Das will ich haben... Die resolute Mami, die wohl schon zu Weihnachten ein Vermögen für Spielzeug ausgegeben hat, sagt natürlich nein, woraufhin ihr der kleine erst mal einen Tritt in die Waden verpasst. War das früher auch schon so ?? Die Tochter steht daneben und fragt ihre Mutter genervt - Sind wir bald fertig ? - Genau in diesem Moment hätte ich wohl einen Schreianfall bekommen. Aber die Mutter bleibt ruhig... WOW.

Ich bin inzwischen bei der Kühltheke angekommen. Erfahrungsgemäß handelt es sich hier um ein Nadelöhr. Und tatsächlich... Es staut. Ein Opi bestaunt die Salatangebote und das vermutlich schon seit einer halben Stunde. Und neben ihm sind drei dieser "Riesenwagen", die sich versuchen, alle irgendwie zum Käse und zum Joghurt vorbeizudrängeln. Ich bin natürlich immer noch tiefenenstpannt und lasse erst mal die Omi und den armen jungen Mann vorbei, aber das Wort "Danke"... Nun ja, ist wohl Fehlanzeige.

Ob ich irgendwas vergessen habe, weiss ich nicht, aber ich beschließe, zur Kasse zu gehen. Stelle mich an, und in diesem Moment ruft es durch den Discounter... "KASSE 2 IST OFFEN". Nun sieht man also jede Menge Leute, die mit ihren Wagen zum Fließband zu gelangen versuchen. Und bähm... Kollision. Zwei Wagen haben sich getroffen. Es gibt keine Verletzten, aber Disskussionen. Tief durchatmen und weiterentspannen. Der junge Herr vor mir hat es geschafft. PIEP, PIEP, 12,53 Euro bitte... Er ist durch.

Während ich also meinen Einkauf aufs Band hieve, fängt die Dame hinter mir das gleiche an. Jetzt fang ich an leicht gestresst zu werden. Mein halber Wagen ist noch voll! Aaaahh ! Doch tatsächlich, sie bekommt es mit, und ohne Worte schließen wir den Kompromiss... Ich bekomme noch einen halben Meter und sie kann den rest des Fließbandes haben. Eine gestresste Mami kommt angelaufen... "Ich muss mal durch, mein Sohn muss Pipi!", der Sohnemann aber schreit "Ich will nicht, lass mich". Okay, ich denke da sollte man lieber in Deckung gehen.

Mein Einkauf ist fast durch, Frau Kassiererin muss nur noch nach dem Code für die Einzelorange fragen. Und dann passiert es... 35,23 Euro bitte... Jaaaa ich habe es geschafft !!! Ich zahle und das freundliche, wenngleich auch gestresste Lächeln der Kassiererin ist mein persönliches Einkaufshighlight.
Nun nur noch einpacken und raus hier. Neben mir bahnt sich ein Drama an. Die Oma von vorhin kommt mir ihrem Wagen nicht an den anderen vorbei. Sie ist den Tränen nahe... Nur Geduld... denke ich mir... Keine 10 Sekunden später löst sich das Wirrwarr auf und alles ist in Butter.

Während ich meinen gefühlten 50 Kilo zur Bushaltestelle schleppe, merke ich aber, das es doch noch so was wie "Miteinander" gibt. Ein Mann hält den gerade anfahrenden Bus für mich an, eine tolle Geste, die mir zeigt, das es doch noch Rücksichtnahme gibt...

Wie sind eure Erlebnisse bezüglich Feiertagseinkäufen ??

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