Forensische Nacht die Dritte...


Eigentlich bin ich ja kein so großer Krimifan. Mag daran liegen, das ich keine Romane mag, in denen Menschen sterben, aber bisher haben es nur wenige Krimis in meine Buchsammlung geschafft. Mit ein paar guten Freunden hab ich mich am 27.Oktober.2012 dennoch auf den Weg zur Uniklinik begeben. Zur Arbeit, am Samstag, freiwillig? Nein, das wohl nicht, Ziel war der Höhrsaal in der MNR-Klinik, in dem sogar schon die Queen saß und der heute zum Tatort wurde. Die 3. Forensische Nacht stand an.

Das besondere an dieser Veranstaltung ist, das alle Einnahmen zugunsten des Frauen-Krisentelefon der Frauenberatungstelle Düsseldorf gespendet werden. Gerade solche Bereiche sind leider oft notorisch unterfinanziert und wenn man, wie an diesem Abend, hört, das fast jede vierte Frau schon Opfer von Gewalt durch einen Partner geworden ist, dann ist eine Unterstützung dringend notwendig. Es gab Getränke und Laugenbrot, und der Höhrsaal war bis zum letzten Platz ausgebucht.

In den Medien wird das Thema häusliche Gewalt leider etwas zu wenig behandelt, dennoch gibt es Werke, die genau dies ansprechen. Das Lied "Schrei so laut ich kann" von Luxuslärm behandelt das Thema, und auch im Buch der Autorin Sabine Klewe "Der Seele weißes Blut" wird über Misshandlung durch den Partner gesprochen. Faszinierend hörte ich einer kurzen Lesung von Frau Klewe zu und sicherte mir im Anschluss gleich ein Buch mit einer Widmung. Uns wurde gesagt, warum sich Frauen oft nicht von gewalttätigen Partnern trennen und erklärt, was man selbst und vor allem die Ärzte für eine wichtige Rolle spielen.

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit Musik. Die Band "So What", in der der Leiter der Mordkommission Düsseldorf beweisst, das er noch mehr kann als Verbrecher zu Jagen. Mit Liedern wie "Let me entertain you" oder "Junge" heizte er und seine Band dem Hörsaal und seinen Gästen mächtig ein bis, nun ja, bis auf der Bühne ein Mord passierte.

Eine Frau lag da... Und eine Pistole, ein Knüppel und ein kölner Knüppel (der war rosa..). Im folgenden gabs dann ne Ermittlung, die "Leiche" wurde mit Klebestreifen beklebt (hab ich noch nie im Film gesehen, wird aber in echt wohl immer gemacht) um Spuren zu sichern und uns wurde dann in einem lustigen Vortrag der Rechtsmedizin erklärt, woran man erkennt, das eine Leiche wirklich tot ist.

Neben einigen wirklich gruseligen Bildern wurde viel gelacht, weil der Kommissar, wie auch der Spurenermittler als auch die Dame aus der Rechtsmedizin so einige Merkwürdigkeiten und lustige Geräte vorstellten. Den kleinen und den großen Zauberstab (DNA-Proben-Stift und den Staubweden, mit dem man Fingerabdrücke sammelt) zum Beispiel.

Die Definiton einer Leiche und die Erläuterung der "Hutkrempenregel" hört sich jetzt etwas langweilig an, war aber ein wirklich spannender Vortrag. Nachdem die Leiche dann aufstand und im Publikum verschwand, wurde auch schnell ein Täter gefunden. Wieder ein Fall geklärt! Das Team aus der Rechtsmedizin, dem Kommisariat, der Frauenberatungsstelle und die Autorin S. Klewe standen im Anschluss noch für Fragen zu Verfügung.

Ein durchaus gelungener Abend, ich bin gespannt, ob es auch im kommenden Jahr wieder ein interessantes Thema gibt!

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