Kunstpunkte Düsseldorf - Kreative Hinterhöfe und tolle Geschichten

Vor ein paar Jahren bin ich in eine Kunstausstellung geraten... Akkurat gekleidete Menschen, die sich stundenlang vor unverständlichen Bildern und Kunstwerken bewegten und eine ratlose Janett, der so wirklich keiner weiterhelfen konnte. Was hat dieses Bild für eine Geschichte ? Wer ist der Künstler ? Ich fühlte mich fehl am Platz und verließ frustriert die Kunstausstellung.

Ich mag Kunst,  man muss mich jedoch ein wenig an die Hand nehmen. Ich will die Geschichte hinter einem Kunstwerk erfahren. Kunstduesseldorf.de suchte im Rahmen der 16. Kunstpunkte in Düsseldorf  Twitterer/Blogger und ich meldete mich, um der Kunst eine zweite Chance zu geben... 

Über 500 Künstler konnte man an über 150 Standorten besuchen und das ganze ist auf Zwei Wochenenden aufgeteilt. Einige Standorte im Norden schaute ich mir am letzten August-Wochenende an.

Nun marschierte ich also los. Ausgestattet mit meinem Handy und einem T-Shirt, auf dem groß der Hashtag #Kunstpunkte prangerte, fing ich am Bahnhof meine Entdeckungsreise an. Ich lief zum Worringer-Platz. Im dunkeln hätte ich hier alleine als Frau Angst, weil auf diesem Platz auch schon mal die einen oder anderen illegalen Geschäfte abgewickelt wurden.

Eine positive Intiative ist deshalb das "GLASHAUS", eine Art Kunsttreffpunkt und im Rahmen der Kunstpunkte nun mein erster Anlaufpunkt. 4 Bildschirme erwarteten mich. Auf jeden von Ihnen liefen, kletterten und erlebten Strichmännchen... Der Künstler erklärte mir dann den Sinn der Filme...

Die Interpretation des Glücks in den Werken von Nietzsche stellte dies also dar... mmh ich selbst habe mich noch nicht mit den Werken Nietzsches befasst, aber als mir der Künstler seine detaillierten Aufzeichungen und Konzepte zeigte, war ich restlos überzeugt. Eine solche Genauigkeit hätte ich nicht an den Tag legen können. Der Kunstpunkt war gut besucht und wurde sogar vom Shuttlebus der Kunstpunkte angefahren.

Weiter ging es dann hinauf die Ackerstrasse, wo ich nicht nur zahlreiche Medienkunst und gezeichnet Kunst bei Ursula Ströbele entdecken konnte, sondern mit der Künstlerin auch über die Perspektiven der Drogenabhängigen philosophiert habe. Im Atelier konnte ich über Medienkunst auch Kontakt zu einem unbekannten Wesen aufnehmen, welches mir etwas unverständlich zuflüsterte... Leider hatte ich keine Zeit, weil ich noch ein paar Kunstpunkte mehr besuchen wollte. Hier hätte ich mich ansonsten Stundenlang aufhalten können.

Es ging weiter die Ackerstrasse hinauf. In dem nächsten Atelier beeindruckten mich besonders die Zeichnungen von Tilch Hagemann, die kleine Kunstwerke (z.b. aus dem Ruhrgebiet) auf Pommesschalen gezeichnet hatte. Mit ihr philosophierte ich dann auch noch über nicht dokumentenechte Kugelschreiber (Telefonkritzeleien in einem ganz anderen Ausmaß gab es in ihrem Reportoire auch..) und blätterte interessiert in einem ihrer Bücher über Architektur. Ein paar weitere Künstler waren hier natürlich auch zu finden, mein Weg führte mich jedoch auf den nächsten Hinterhof des Abends.

Während unweit die Bahnen zum Hauptbahnhof vorbeiratterten, bekam ich hier einen kleinen Einblick an Kunst mit Bahnen. Eine Modelleisenbahn von Märklin, Makroaufnahmen und Spiegelungen von Bahnpostern, das alles entdeckte ich bei RIK NEU WEST und Michael Jonas. Der Künstler berichtete mir von seinem Projekt, alte Strecken, die es teilweise mittlerweile nicht mehr gibt, die vor  Jahrzehnten von Dampflokomotiven befahren wurden, aufzuspüren und in ihrem jetzigen Zustand zu dokumentieren. (Ich bin derzeit noch am recherchieren wo das zu finden ist, bekomm ich es raus, gebe ich euch den Link). Ein echt cooles Projekt, ich als halbes Bahnerkind war auf jeden Fall total fasziniert.

Der Nachmittag schritt schnell voran. Schon war es kurz vor 6 und ich entschloss mich, der Ackerstrasse den Rücken zu kehren und auf der Worringer Strasse noch nach dem rechten zu sehen.

Ein Atelier, was ich dort - ebenfalls in einem Hinterhof - besuchte, empfing mich mit Musik. Bilder und Musik, beides kreativ, und als ich dann entdeckte, das der Künstler selbst die Gitarre schwang, war ich umso erstaunter. Die Bilder, wenngleich mit nicht wirklich ungünstigen Preisen, faszinierten mich dann jedoch noch mehr, weil sie so unglaublich realitätsnah und detaillgetreu waren, das man das Gefühl hatte, es handelt sich um Fotografieren. Tolle Bilder von Düsseldorf, von Kirschblüten und viele andere Motive mehr... Hätte ich das nötige Kleingeld, ich würde mir sicherlich ein solches Bild hängen. Wenn ihr euch die Bilder mal anschauen wollt, dann sucht einfach mal nach Ausstellungen von Masatomo Harada.

Mein Abschluss für den Samstag bildete dann ein Besuch beim Kunstpunkt 142 auf der Worringer Strasse. Die Bilder von Stefan Noss, der als Gast geladen war, faszinierten mich hierbei am meisten. Auf diesen waren Gesichter zu sehen, die sich in wilden Farben und Formen versteckten. Hinter seiner Kunst steckt ein trauriges Schicksal, welches ihr euch gerne auf eine seiner Ausstellungen erläutern lassen könnt. Einen kleinen "Spleen" hat der Künstler auch noch, denn die Titel aller Bilder haben eine Quersumme von 26...

Mein Resüme vom Kunstpunkte Samstag.... Ich bin überrascht, das Kunst so vielseitig und interessant sein kann, das Kunst vor allem oftmals auch bezahlbar ist (Kunstwerke waren schon ab 50 Euro zu bekommen) und das Düsseldorfer Hinterhöfe sehr interessant sind...

Freut euch auch noch über meine Impressionen von Sonntag !

Sofern Bilder der Künstler abgebildet sind, hier der Hinweis.... Die Bildrechte liegen bei dem jeweiligen Künstler

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