Verborgene Schätze der Insel Usedom

Und wieder darf ich euch mit einem Gastartikel zum Thema Reisen beglücken. Fenja Saathoff vom Portal Ostsee24.de hat uns etwas von ihrer Lieblingsinsel berichtet. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Die Insel Usedom ist die zweitgrößte Inselperle in der Ostsee. Sanft schmiegt sie sich an die mecklenburgische Ostseeküste an und blickt im Osten auf das Eiland Rügen.

Am bekanntesten ist die schöne Insel wohl aufgrund der unendlich langen, feinsandigen Strände und ihrer Sonnenfülle. Denn mit mehr als 1920 Sonnenstunden im Jahr ist sie die sonnenreichste Insel Deutschlands. Und das ist kein Witz. Ich wohne in Wolgast, im sprichwörtlichen Tor zur Insel Usedom. Wird man hier morgens mit dem Blick aus dem Dachfenster von einem wolkenbehangenem Himmel empfangen, so muss man sich nur aufs Fahrrad setzen und einige Minuten Geduld haben. Denn nachdem man das blaue Wunder (die Brücke, die die Gäste schnell und zuverlässig auf die Insel trägt, aber auch so manchen, der die Überfahrt vor  der Brückenöffnung um einige Sekunden verpasst hat zum Verzweifeln bringt) passiert hat, dem scheint die Sonne freundlich ins Gesicht.

Das Inselchen mit eine Fläche von rund 445 Quadratkilometern hat echte touristische Attraktionen zu bieten, und doch zieht es viele der Besucher und auch der Einheimischen in die eher abseits gelegenen Regionen der reizvollen Insel. Nur wenige Autominuten von den großen Ostseebädern wie Zinnowitz und Ahlbeck entfernt, entdeckt man ein Usedom, welches mit landschaftlicher Idylle, Stille und einer beeindruckenden Pflanzenwelt begeistert. Kleine paradiesische Fleckchen entfalten sich auf der Insel überall, man muss nur wissen wo...

Romantik pur verspricht beispielsweise eine Bootstour auf dem Wolgastsee in Korswandt. Der kleine  Ort versteckt sich kurz hinter den Drei Kaiserbädern (Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck) im südöstlichen Teil des Usedomer Hinterlandes. Der See erstreckt sich über ein Fläche von 45 Hektar und ist von einen herrlichen Schilfgürtel und einem dahinter angrenzenden, kühlen Buchenwald gesäumt. Neben Badestelle und einem kleinen Sandstrand führt ein langer Wanderweg um den See für ausgedehnte Spaziergänge.

Ein Muss für jeden Usedombesucher ist es ein Stück geräucherten Fisch zu genießen oder in ein leckeres Fischbrötchen zu beißen. Möglichkeiten hierfür gibt es fast in jedem Ort. Meine Tipps: Fischlädchen in Trassenheide direkt an der Promenade oder die Fischräucherei in Usedoms kleinsten Seebad Zempin. Hier lohnt sich der Besuch bei Familie Schätzchen, die täglich in  den frühen Morgenstunden den angebotenen Fisch selbst angeln und ihren Besuchern anbieten. Zempin befindet sich an der schmalsten Stelle der Insel zwischen den Orten Zinnowitz und Koserow. Ein echter Geheimtipp auch für Strandgänger, da man in Zempin in der Hochsaison egal ob am Strand oder am Achterwasser immer noch ein ruhiges Plätzchen findet.

Ein Mitbringsel der besonderen Art – Das Gold der Ostsee

Nicht umsonst tragen die vier Seebäder Zempin, Koserow, Loddin und Ückeritz den Namen Bernsteinbäder. Mit ein wenig Glück und Feingefühl lässt sich hier ein ganz persönliches Souvenir – ein goldbraun schimmernden Bernstein – als Andenken finden. Seit ewiger Zeit spülen die Frühjahrs- und Herbststürme das Ostseegold an die Ufer der Strände. Und gerade wenn die  Sonne scheint funkeln die kleinen Schmuckstücke zwischen Seegras und Muscheln im körnigen Sand ihrem Finder schmeichelnd entgegen.

Im Mittelpunkt der Insel verschmelzen moderne Akzente und Renaissance zu einem wohligem Ambiente. Das Wasserschloss in Mellenthin und das Schloss Stolpe nehmen mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Die altehrwürdigen Gemäuer gehören zu den ältesten Gebäuden auf der Insel. Das Stolper Schloss wurde im 16. Jahrhundert errichtet und gewährt Einblicke in das Leben des Renaissance Adels. Das Wasserschloss versetzt den Betrachter in eine märchenhafte Filmkulisse. Ein Wassergraben und ein Park mit jahrhundertealten BAumbestand umringen das monumentale Gebäude: wer denkt da nicht gleich an Filmeszenen mit riesigen Krokodilen, die das Burgfräullein im Innnerm der Gemäuer beschützen. Und zur Stärkung des tapferen Ritters empfiehlt sich ein Mahl in der urigen Gaststätte des Schlosses. Besonders unterhaltsam sind die Ritterbuffets und Piratenabende mit Gauklern in historischen Gewändern. Ganz ungeniert dürfen die Gäste mit den Fingern speisen :)

Und den passenden Schlafplatztipp gibt es kostenlos dazu: Wie wäre es mit einer Nacht im Lotsenturm in Karnin? Richtig gehört – übernachten in einem echten 22 Meter hohen Leuchtturm - ein luxuriöser Schlafplatz auf 3 Etagen im kleinsten Turmhotel Deutschlands beherbergt nicht nur Frischvermählte, sondern jeden der Lust auf ein romantisches Wochenende mit liebevoll zubereiteten Frühstück von der Hausdame eigens angerichtet inmitten idyllischer Natur hat. Und zusätzlich einen unvergesslichen Panoramablick über die Landschaft geschenkt bekommt.
  
Sicherlich sind die Dreikaiserbäder jedem Ostseeliebhaber ein Begriff, aber schon Mal von der Usedomer Schweiz gehört? Nicht, kein Wunder denn auch diese beschauliche Ecke rund um Benz, Neppermin und Stoben mit ihren saftig grünen Wiesen, sanften Hügeln und charismatischen Seen beeindruckt nach wie vor mit Gelassenheit und Besonnenheit und nahezu unberührten ländlichen Gegenden. Fern der befahrenen Straßen ist dieser Teil der Insel bequem zu Fuß zu erkunden.

Neben der Geselligkeit an den bewegten Strandpromenaden der Dreikaiserbäder wird die Insel doch gerade wegen jenes besinnlichen Flairs von Ruhe und Romantik geliebt und besonders attraktiv für die Genießer und Liebhaber der Natur in ihrer einzigartigen und  unbefleckten Schönheit.

Quelle Bilder und Text: Ostsee24.de

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