Kreativ - Mission: Motorsägen-Holzschnitz-Kurs


Habt ihr in eurer Schulzeit das Fach "Werken" gehabt ? In meiner Schulzeit war das gerade in Grundschultagen immer der Zeitpunkt, sich mit verschiedenen Stoffen zu befassen und diese zu bearbeiten. Mit Säge, Pfeile, Hammer und Co. haben wir so manchen Werkstoff malträtiert und zu etwas einigermaßen ansehnlichen gewerkelt. 
Eines meiner Kunstwerke aus früheren Tagen (ein kleines Gewürzregal) habe ich sogar noch in meinem Besitz. Auch wenn ich damals, mit 10 Jahren die Arbeiten in dem kleinen dunklen Kelleraum der Schule nie gemocht habe, heute arbeite ich gerne mit Holz, sofern mir die Zeit dies auch erlaubt. Zum Basteln kaufe ich mir immer gerne kleine Boxen und gestalte diese, eine richtige Holzbearbeitung ist aufgrund fehlender Werkstatt leider nicht möglich.

Auf meiner Reise durch das Burgenland bin ich auf Burg Lockenhaus auf die ideale Mischung aus Holzbearbeitung und Kreativkunst getroffen. Der österreichische Bildhauer Michael Schlapschy veranstaltet im Antlitz der Burg regelmäßig Motorsägen-Workshops. Als ich von diesem Angebot gehört habe, dachte ich sogleich... Das will ich auch mal ausprobieren! Klar reizte mich der Umgang mit den leistungsstarken Maschinen, aber ebenso faszinierte mich die Möglichkeit, mit Motorkraft etwas kreatives zu erstellen.


Holzspäne, das Geräusch der Sägekette wie sie sich durch trockenes Holz pflügt, der Respekt vor der Kraft der Maschine und das Ambiente im "Vorgarten" von Burg Lockenhaus ergaben eine Mischung, die meine Kreativität nur so sprudeln lies. 

Zwar sollte mein ERZWODEZWO, wie das Kunstwerk liebevoll getauft wurde, anfangs nur ein Briefständer werden, als mir dann jedoch unser Mentor die Formen des Holzes und die künstlerischen Möglichkeiten erläuterte, war ich hellauf begeistert. Eine Figur, die so glatt von einem indianischen Stamm erschaffen sein könnte, Konturen wie Gesicht und Bauch, all dies entdeckte ich erst später. 

Michael Schlapschy hat diesbezüglich gesagt, das die Natur etwas schafft, was wir durch die Arbeit im Rahmen der Kurse aus dem Holz herausholen. Die Kunst gibt dem ganzen eine Form und ein Gesicht. In einem Schnupperkurs hat man gemerkt, was so alles möglich ist und in 4 Stunden ist ein tolles Kunstwerk entstanden.Ich war begeistert über die Arbeit mit diesem Höllengerät, was doch ansonsten eher zum Beiseitigen von groben Ästen, Fällen von Bäumen und Zerlegen von Baumstämmen genutzt wird. Natürlich wird nicht nur mit Motorsägen gearbeitet, auch Schleifgeräte und Meisel kamen zum Einsatz. 

Was wir in 4 Stunden schaffen mussten, war wirklich nur ein kleiner Einblick. Vor einem vollständigen Kurs geht die Gruppe erst einmal auf Motivsuche und das Holzstück wird sorgfältig ausgesucht. Mit "einfach drauf los" (meine Taktik) ist da wohl nix, was aber auch für eine ökonomische Nutzung des Werkstoffes Holz sinnvoll ist. Schließlich darf man das Werkstück am Ende mit nach Hause nehmen und dann sollte es schon etwas ganz besonderes sein.

In einem 5 Tage Kurs, der auch eine Übernachtung und Vollpension in der Burg Lockenhaus beinhaltet, kann man nicht nur viel über den Werkstoff Holz und die Kunst, sondern auch über sich selbst lernen. Das ganze kosten incl. aller Materialien dann ca. 750 Euro pro Person. Das die Burg selbst schon ein ganz besonderer Ort für eine Übernachtung ist, beschreibe ich euch in einem weitern Beitrag. Aktuelle Termine für die Holzschnitzkurse könnt ihr auf der Homepage des Künstlers www.kunst-mich.com oder unter www.kreativreisen.at erfahren.

Mein ERZWODEZWO ist übrigens derzeit noch unterwegs durch die Lande, aber ich hoffe, das er auch bald meine Wohnung schmücken wird. 

Beliebte Posts